Liebe Gemeinde,
in der Erntedankzeit wird uns bewusst, dass wir Menschen viel tun müssen, damit die Natur
ihre Erträge gibt, und gleichzeitig erfahren wir, dass es mit unserem Tun und Machen eben alleine nicht getan ist:
„So ist nun weder der pflanzt noch der begießt etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.“ (1. Korinther 3,7)
das gilt für die Bereiche der Natur, den menschlichen Lebens und der Gemeinde.
In der Natur:
Wir erkennen, es ist nicht selbstverständlich, dass wir reichlich haben, dass hier in unseren Breiten mehr als genug wächst
und gedeiht. Wir erkennen, dass trotz all der technisierten Pflege der Pflanzen letztlich Gott es ist, der das Gedeihen gibt,
der den Keim des Lebens gelegt hat und der die Kraft des Wachsens schenkt.
Bei uns Menschen:
Wie wachsen wir Menschen, wie entwickeln wir uns? Vielleicht kommt es bei der Erziehung fast mehr darauf an dem inneren Wachstum
der Kinder nicht im Wege zu stehen, anstatt es mit einer bestimmten Art von Erziehungsmethode steuern zu wollen. Gleichwohl
brauchen die Kinder aufmerksame Begleitung, liebend Fürsorge und auch – wo nötig – Grenzen an denen sie sich Orientieren können.
Aber die Kraft der Entwicklung der Kinder des Wachstums die ist unverfügbar, ein Geschenk Gottes.
Und bei der Kirche? Wie geschieht Wachstum in der Kirche und der Gemeinde?
Es gibt Faktoren die das Wachstum hindern oder fördern, wie das Gießen oder das Überdüngen einer Pflanze, das Gedeihen selbst
aber liegt in Gottes Hand. Wie Gottes Reich unter uns wächst und welche Früchte es zuerst bringt, das liegt in ihm begründet
und nicht in unserer Verfügbarkeit. Dieser Gedanke hat auch angesichts der Veränderungsaufgaben vor der die Gemeinden stehen
etwas entlastendes.
Wachstum der Gemeinde heißt nicht automatisch sich immer mehr zu vergrößern, sondern lebendig sein, ihre Zellen erneuern, sich
entwickeln.
„Gottes Gemeinde muss nicht zu allen Zeiten und an jedem Ort immer größer werden. Aber sie soll leben, denn das ist ihre
Verheißung – und nicht der Tod! Sie soll leben und wachsen in allen Bereichen – zu dem hin, der das Haupt ist – Jesus Christus.“
(Zitat nach Peter Böhlemann“ Wie die Kirche wachsen kann und was sie davon abhält“ S. 14.)
Alles Gute und eine gesegnte Ertnedankzeit wünscht
Andreas Hirschberg, Pfarrer |